Typen


Welcher Typ?

Gleich ob Naß-, Gel- oder AGM-Batterie – die „Universalbatterie“, die als Starter- wie als Verbraucherbatterie gleichermeraßen geeignet ist wurde bisher noch nicht erfunden.
Qualitativ hochwertige Batterien werden stets entweder als Starter- oder als Verbraucherbatterie entwickelt. Aus dem unterschiedlichen Einsatzgebiet ergibt sich eine unterschiedliche Konstruktion, insbesondere der Bleiplatten.
Starterbatterien sind darauf ausgelegt, einige Sekunden (maximal 15) lang höchste Ströme zu liefern, auch bei tiefen Temperaturen. Daher ist die Angabe des Kaltstartstromes nach DIN/EN, Englisch „CCA“ (Cold Cranking Ampere) für die Auswahl einer Starterbatterie bedeutsamer als die Kapazität.
Moderne Starterbatterien liefern bereits aus kleinen Kapazitäten wesentlich höhere Startströme als frühere Modelle.
Bitte beachten Sie, dass einer Starterbatterie nie mehr als 15% der Kapazität entnommen werden sollten – für eine Anwendung, bei der gleichzeitig die Eignung als Starter- und Verbraucherbatterie benötigt wird, wählen Sie bitte eine Kombinationsbatterie.

Verbraucherbatterien

sollen über einen langen Zeitraum hinweg Kühlschrank und Navigation mit Strom versorgen. Diesen Batterien kann üblicherweise etwa 50% der Kapazität entnommen werden, je nach Modell überstehen Verbraucherbatterien dies zwischen 350 und 500 Mal (Zyklen).

Kombi-Batterien

sind ein Kompromiß für Anwendungen, in denen eine Batterie gleichzeitig Starter- und Verbraucherbatterie sein muss. Hier sind Allrounder gefragt, bei denen die Auslegung zugunsten der universellen Einsetzbarkeit von der Höchstleistung abrückt. Sonderfälle sind hier die „Optima“ Batterien, die höchste Startleistung und hohe Zyklenfestigkeit vereinen.
Semitraktionsbatterien (Antriebsbatterien)

sind ursprünglich für den Einsatz in Golfkarren, Elektrorollstühlen und batteriebetriebenen Industriegeräten wie Reinigungsmaschinen gedacht. Äußerlich ähneln sie Verbraucherbatterien, sie sind ebenso wie diese als 12V oder 6V Blockakkus erhältlich. Diese Akkus überstehen bei etwa 75% Entladetiefe ca. 500 Zyklen, bei 50% Entladetiefe bis zu 1000. Diese Batterien sind von Vorteil, wenn zum Beispiel ein Elektromotor betrieben werden muss, oder wenn eine möglichst hohe Zyklenzahl erreicht werden soll.

Traktionsbatterien

sind ursprünglich für Gabelstapler und ähnliche Geräte entwickelt. Diese Batterien sind als einzelne 2V-Zellen konstruiert, von denen je nach gewünschter Spannung 6, 12 oder mehr zusammengeschaltet werden. Diese Akkus sind extrem leistungsfähig, allerdings haben sie im Bordbetrieb einige Nachteile: Sie sind nicht auf geringe Selbstentladung hin optimiert und müssen nach spätestens vier Wochen nachgeladen werden, und sie sind sehr viel höher (bis zu 50cm) als andere Batterietypen.

Je mehr Zyklen, desto besser?

Für einen typischen Hobbyanwender reichen die 500 Zyklen einer guten Verbraucherbatterie allemal: Wir segeln in einer guten Saison etwa 25 Wochenenden, dabei laden wir die Batterie nicht zwischendurch auf, so dass sich etwa 25 Lade-/Entladezyklen ergeben. Hinzu kommen 3 Wochen Urlaub, in denen jede Nacht die Batterie geladen wird – weitere 21 Zyklen, zusammen also ca. 50 Zyklen pro Jahr. In den etwa 8 Jahren, die eine gute Batterie an Bord übersteht, kommen also etwa 400 Zyklen zusammen.

Anders ist die Situation bei Langfahrtseglern: Langfahrer leben ganzjährig an Bord, fahren üblicherweise täglich einen Zyklus. Eine normale Verbraucherbatterie hat unter diesen Umständen nach spätestens zwei Jahren das Ende der Lebensdauer erreicht. Hier ist es sinnvoll, einen Typ mit deutlich höherer Zyklenzahl zu wählen: 1000 Zyklen entsprechen gut drei Jahren Langfahrt – die typische Weltumsegelung dauert ebenfalls drei Jahre…